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Der Tod des damals 28-jäh­ri­gen alge­ri­schen Asyl­be­wer­bers Farid Guen­doul jährt sich am 13. Febru­ar 2014 zum 15. Mal. Mit dem Datum geht auch ein außer­ge­wöhn­li­ches, von der Rosa Luxem­burg Stif­tung geför­der­tes  Inter­net­pro­jekt zur Doku­men­ta­ti­on der und zum Geden­ken an die ras­sis­ti­sche Tat zuen­de: RE:Guben. Abge­se­hen davon, dass die wun­der­bar gestal­te­te Sei­te rand­voll ist mit inter­es­san­ten und lesens­wer­ten Bei­trä­gen, Audio- und Video-Clips und Foto­gra­fi­en zum The­ma, sei an die­ser Stel­le auch noch ein­mal auf ein beson­ders gelun­ge­nes Teil­pro­jekt in die­sem Zusam­men­hang hin­ge­wie­sen: Unter dem Titel „Ras­sis­ti­sche Gewalt vor Gericht. Gesprä­che über den Fall Guben“  sind Inter­views mit damals am Pro­zess vor dem Land­ge­richt Cott­bus Betei­lig­ten ver­öf­fent­licht, die das Gesche­hen damals noch ein­mal in sei­ner Tie­fe und Bedeu­tung auf­ru­fen. Neben dem Tages­spie­gel-Repor­ter Frank Jan­sen, dem Pro­zess­be­ob­ach­ter der For­schungs­ge­sell­schaft Flucht und Migra­ti­on (FFM), Fried­rich Bur­schel,  und den bei­den Neben­kla­ge-Anwäl­tin­nen Chris­ti­na Clemm und The­da Giencke wer­den auch der Ver­tei­di­ger Chris­ti­an Nord­hau­sen und der — unter­des­sen pen­sio­nier­te — Vor­sit­zen­de Rich­ter Joa­chim Dönitz befragt. Ins­be­son­de­re das Dönitz-Inter­view ist ein höchst beein­dru­cken­des Doku­ment.

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Zum Abschluss des Pro­jek­tes und anläss­lich des Jah­res­ta­ges wird in Ber­lin auch eine Aus­stel­lung zum The­ma zu sehen sein:

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Guben 15 Jahre nach der tödlichen Hetzjagd auf Farid Guendoul

Aus­stel­lung vom 13. Febru­ar (Ver­nis­sa­ge) bis 13. März 2014 (Finis­sa­ge)

Öff­nungs­zei­ten: Diens­tag bis Sonn­tag ab 16 Uhr, Bild­pro­jek­ti­on auf Anfra­ge, Ein­tritt: frei

In der Nacht vom 12. zum 13. Febru­ar 1999 ver­blu­te­te der alge­ri­sche Asyl­be­wer­ber Farid Guen­doul im Haus­ein­gang der Hugo-Jentsch-Stra­ße 14 in der bran­den­bur­gi­schen Klein­stadt Guben, nach­dem er und sei­ne bei­den Beglei­ter von einer Grup­pe rech­ter Jugend­li­cher gejagt wor­den waren. Die Täter waren in die­ser Nacht unter­wegs auf der Suche nach Men­schen, an denen sie ihren ras­sis­ti­schen Hass aus­las­sen konn­ten. Sie bemäch­tig­ten sich über Stun­den des Rau­mes der Stadt. Zu kei­nem Zeit­punkt tra­fen die Täter dabei auf jeman­den, der sie auf­hielt.

Farid Guen­doul ist eines von 184 Todes­op­fern rech­ter Gewalt seit der deut­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung. Im Ver­gleich zu den meis­ten von ihnen erhiel­ten sein Tod sowie das sich anschlie­ßen­de, mehr als 18 Mona­te dau­ern­de Gerichts­ver­fah­ren eine hohe media­le Auf­merk­sam­keit.

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Wer heu­te in Guben nach Zei­chen einer Erin­ne­rung sucht, wird vie­le Leer­stel­len fin­den und ist mit Ableh­nung und Unver­ständ­nis kon­fron­tiert: das Wohn­haus in der Hugo-Jentsch-Stra­ße wur­de abge­ris­sen, Men­schen suchen nach wie vor die Schuld bei Farid Guen­doul und sehen sich in ers­ter Linie als Opfer einer über­re­gio­na­len Bericht­erstat­tung, poli­ti­sche Stel­len ver­wei­gern immer noch eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der Tat. Nur ein klei­ner, unschein­ba­rer und häu­fig ver­wahr­los­ter Gedenk­stein auf einer Wie­se erin­nert an Farid Guen­doul.

Die Aus­stel­lung erzählt die Ereig­nis­se die­ser Februar­nacht 1999 vor der Abbil­dung dama­li­ger Ereig­nis­or­te 15 Jah­re nach der Tat. Die Dis­kre­panz zwi­schen dem Ereig­nis und sei­ner Nicht-Ables­bar­keit im Raum ist dabei nicht zu über­brü­cken. Sie ist Teil der Erin­ne­rung und Anlass der Annä­he­rung.

Die Aus­stel­lung ist eine Erin­ne­rungs­in­stal­la­ti­on zum 15. Todes­tag Farid Guen­douls, sie beschließt gleich­zei­tig das Pro­jekt RE:GUBEN, das sich ein Jahr lang Fra­gen nach einem Umgang mit dem Geden­ken an die Todes­op­fer rech­ter Gewalt und der Erin­ne­rung an Farid Guen­doul in Guben gewid­met hat.

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Wäh­rend der Ver­dacht einer zen­tra­len Steue­rung durch extre­me rech­te Kräf­te zumin­dest nahe­liegt, füh­len sich kom­mu­nal enga­gier­te Lin­ke und Antirassist_innen, die die Refu­gees schüt­zen und unter­stüt­zen wol­len, oft hilf­los. Auch wenn sie Mandatsträger_innen sind, wer­den sie meist, wie die übri­gen Anwohner_innen, vor voll­ende­te Tat­sa­chen gestellt – wo eine zen­tra­le Ein­rich­tung eröff­net wird, ist Herr­schafts­wis­sen der jewei­li­gen Bürgermeister_innen oder Landrät_innen, die die Ver­trä­ge mit den Betreiber_innen abschlie­ßen und aus Furcht vor der öffent­li­chen Stim­mung häu­fig nur zurück­hal­tend dar­über infor­mie­ren. Zudem tre­ten Lin­ke aus guten Grün­den für eine dezen­tra­le Unter­brin­gung von Geflüch­te­ten ein – also für deren Ver­sor­gung mit Woh­nun­gen –, sehen sich hier aber ver­pflich­tet, sich gegen den rech­ten Mob vor die Sam­mel­un­ter­künf­te zu stel­len.

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Nach dem Boots­un­glück vor der ita­lie­ni­schen Küs­te bei Lam­pe­du­sa im Herbst 2013 wur­den, kata­ly­siert durch die prä­gen­den Bil­der hun­der­ter ertrun­ke­ner Flücht­lin­ge aus Soma­lia und Eri­trea, die Rufe nach Refor­men der EU-Flücht­lings­po­li­tik lau­ter. Wäh­rend allein in den letz­ten zwei Jah­ren min­des­tens 4000 Men­schen so ihr Leben lie­ßen, brauch­te es erst die­ses öffent­lich­keits­wirk­sa­me Ereig­nis, um eine weit­rei­chen­de­re Debat­te zur Asyl- und Zuwan­de­rungs­po­li­tik zu ent­fa­chen.

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Die net­ten Kolleg_innen von kri​tisch​-lesen​.de haben in ihrer eine Rezen­si­on zu dem Buch „Euro­pas radi­ka­le Rech­te“ von mir ver­öf­fent­licht, auf die ich Euch hier­mit auf­merk­sam machen will:

LangebachSpeit_EuropasRechte_P02_DEF.inddMar­tin Lan­ge­bach, Andre­as Speit 2013: Euro­pas radi­ka­le Rech­te. Bewe­gun­gen und Par­tei­en auf Stra­ßen und in Par­la­men­ten. Orell Füss­li, Zürich.  ISBN: 978−3−280−05483−3. 287 Sei­ten. 21,95 Euro.

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Die Reportagen zu den extrem rechten Erscheinungen in Europa geben zwar einen Überblick, lassen allerdings Tiefe vermissen.

Eine gefäl­li­ge Repor­ta­ge-Samm­lung haben die bei­den Autoren und „Rechtsextremismus“-Experten Mar­tin Lan­ge­bach und Andre­as Speit mit ihrem Buch „Euro­pas radi­ka­le Rech­te“ vor­ge­legt. Für Leu­te, die sich noch nicht viel mit dem rasan­ten Rechts­ruck in Euro­pa beschäf­tigt haben, mag das Buch eine gute, schnell weg­zu­le­sen­de Ein­füh­rung sein. Wer schon mal etwas vom Über­ra­schungs­sie­ger der öster­rei­chi­schen Natio­nal­rats­wah­len „Team Stro­nach“, der Casa-Pound-Bewe­gung in Ita­li­en und der Rechts­par­tei „Euro­päi­sche Alli­anz für Frei­heit“ gehört hat, wird das Buch müde zur Sei­te legen. Immer­hin macht es eines deut­lich: die Ent­wick­lun­gen am rech­ten Rand des euro­päi­schen poli­ti­schen Spek­trums sind so schnell­le­big, bis­wei­len dif­fus und auf so vie­len, sich zum Teil völ­lig wider­spre­chen­den Ebe­nen zu betrach­ten, dass man sie schlicht nicht über­bli­cken kann. Inso­fern ist die Repor­ta­ge viel­leicht nicht unbe­dingt das rich­ti­ge Mit­tel, um die­se hoch­kom­ple­xe Mate­rie auf­zu­schlüs­seln, viel­leicht war das auch gar nicht die Absicht der Autoren.

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Sinn und Zweck die­ser Rezen­si­on soll sein, die ak (ana­ly­se & kri­tik) Herbst 2013 Son­der­bei­la­ge zum Cri­ti­cal-Whiteness-Ansatz prä­gnant zu durch­leuch­ten. Die Bei­la­ge ist online für 4,50 € unter: https://​www​.akweb​.de/​s​e​r​v​i​c​e​/​b​e​i​e​i​n​z​el/ oder via Email an: vertrieb@​akweb.​de oder per Post an: ak — ana­ly­se & kri­tik, Rom­berg­stra­ße 10, 20255 Ham­burg zu bestel­len. Die­ser Ansatz will die Per­spek­ti­ve von den Opfern von Dis­kri­mi­nie­rung weg auf die („wei­ßen“) Täter rich­ten, damit die­se sich mit ihren Pri­vi­le­gi­en aus­ein­an­der­set­zen und die Opfer nicht mehr zum Objekt ihrer wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en wer­den. Was ist an die­sem Ansatz posi­tiv und was nega­tiv? Kann man ihn in die aka­de­mi­sche und poli­ti­sche Dis­kus­si­on als erwei­tern­de Per­spek­ti­ve auf­neh­men? Oder füh­ren die ihm inhä­ren­ten Spal­tun­gen nur zu einer Ver­här­tung der Posi­tio­nen?

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Eine Ver­stän­di­gung zum The­ma und Kon­zept Cri­ti­cal Whiteness (CW) scheint wohl eher frag­lich, da sich hin­ter der Aus­le­gung von CW eine essen­tia­li­sie­ren­de Ten­denz ver­birgt. Man darf das Kri­te­ri­um „weiß“ nicht zwin­gend mit pri­vi­le­giert und ras­sis­tisch gleich­set­zen, denn will man Ras­sis­mus etwas ent­ge­gen­set­zen und ver­hin­dern, so setzt dies die Ver­än­der­bar­keit des mensch­li­chen bzw. des sozia­len Ver­hal­tens vor­aus. Das bedeu­tet, dass Ras­sis­mus ein sozia­les Pro­dukt ist, Men­schen also die Wahl haben, was sie sich selbst für Nor­men, Struk­tu­ren und Insti­tu­tio­nen set­zen.

 

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Nach einer kur­zen Dar­stel­lung von CW, set­zen Ibra­him et al mit der Kri­tik fort. Als anti­ras­sis­ti­scher Ansatz legt CW, iro­ni­scher Wei­se, „Wei­ße“ auf­grund ihrer Haut­far­be als ras­sis­tisch fest. Sie wer­den also ent­mün­digt. Nicht gera­de eman­zi­pa­to­risch.

Mit der Fra­ge danach, was Ras­sis­mus ver­ur­sa­che, kom­men die Autor_innen zum Schluss, dass die Ver­hält­nis­se ihn pro­du­zie­ren. Doch wenn die­se ein ras­sis­ti­sches Bewusst­sein und Struk­tu­ren pro­du­zier­ten, könn­te Anti­ras­sis­mus eigent­lich nicht statt­fin­den. Also muss es vor­her eine Idee von „Ras­se“ geben, die die­sen Struk­tur­auf­bau antreibt. So wür­de auch die Impli­ka­ti­on Struk­tu­ren (wenn auch unbe­ab­sich­tigt) als „natur­wüch­sig“ dar­zu­stel­len ver­hin­dert. Als sozia­les Kon­strukt sind sie hin­ge­gen ver­än­der­bar und auf­zu­lö­sen. Des­halb gilt es, nicht nur die mate­ri­el­len Ver­hält­nis­se auf­zu­de­cken und zu ver­än­dern, son­dern auch die Dis­kur­se.

 

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Hier wer­den Viel­zahl und Viel­falt der Mei­nun­gen ver­wech­selt. Auch dass die Geschich­te des, die For­schung zu und Bewe­gun­gen gegen Ras­sis­mus für die eige­ne Posi­ti­on ver­ein­nahmt wer­den, scheint wie­der essen­tia­li­sie­rend.

Wei­ter­hin pro­ble­ma­tisch ist eine Rhe­to­rik des 19. und 20. Jahr­hun­derts, samt ihrer his­to­risch über­kom­me­nen Pos­tu­la­te. Denn sie redu­zie­ren den Begriff des Poli­ti­schen auf „Kampf“ und ent­lee­ren ihn somit. Wei­te­re begriff­li­che Unge­nau­ig­kei­ten bestehen in der Gleich­set­zung von CW und PoC (Peop­le of Colour), da so „Wei­ße“ aus­ge­schlos­sen wer­den. Es repro­du­ziert letzt­lich ras­sis­ti­sche Mecha­nis­men. Ihnen steht höchs­tens eine Unter­stüt­zer­rol­le zu. Der impli­zi­te Schluss, Benach­tei­li­gun­gen zumin­dest gleich zu ver­tei­len, anstatt sich die glei­chen Rech­te zu geben (vgl. hier­zu das Ver­hal­ten eini­ger CW-Akti­vis­t_in­nen auf dem No Bor­der Camp in Köln 2013), zeugt von einer Ver­wech­se­lung von Pri­vi­le­gi­en und Rech­ten. Denn auch in einem gericht­li­chen Pro­zess gilt, dass eine blo­ße Beschul­di­gung oder Unter­stel­lung noch lan­ge nicht zu einer Ver­ur­tei­lung füh­ren darf.

Man kommt auch nicht umher, sich an Orwells Ani­mal farm erin­nert zu füh­len, in dem die sie­ben Gebo­te der Tie­re zusam­men­ge­stri­chen wer­den auf: „All ani­mals are equal, but some ani­mals are more equal than others.“

Dass aus dem Ver­such, CW (eigent­lich eine ana­ly­ti­sche Per­spek­ti­ve) zu einem all­ge­mein­gül­ti­gen Lösungs­an­satz zu machen, die Kape­rung von CW und die Ver­bin­dung des Ansat­zes mit Auto­ri­ta­ris­mus her­vor­geht, erken­nen und bekla­gen auch die Autor_innen.

 

Marvel Legends Infinite Series Ant-Man Antman 6 Inch Action Figure,Mode­ra­ti­on: J.O. Arps und R. Khan – Gesprächs­teil­neh­mer: J.K. Aikins, J. Kara­ka­ya­li, S. Kara­ka­ya­li, S.D. Otoo, V. Tsia­nos

Zunächst soll klar­ge­stellt wer­den, dass sich auf dem taz-lab im April 2013 bei­de Sei­ten dane­ben benom­men haben.

Auch in die­ser Gesprächs­run­de kommt man nicht viel wei­ter. Neben viel zu sprung­haf­ten Bei­trä­gen, zu vie­len Bei­spie­len, Umgangs­spra­che und sehr zurück­hal­ten­der Mode­ra­to­ren, sind auch hier die Ver­ein­nah­mung der Geschich­te (der Wis­sens­pro­duk­ti­on durch PoC) und die noto­ri­sche Ver­wech­se­lung von Pri­vi­le­gi­en und Rech­ten ein Pro­blem.

Auch hier schließt der PoC-Begriff „Wei­ße“ aus. Doch die­ses Ver­ständ­nis von Ungleich­be­rech­ti­gung redu­ziert das Pro­blem auf ein Kri­te­ri­um (Her­kunft, Haut­far­be) und erkennt nicht die Idee oder den Mecha­nis­mus dahin­ter und ver­sucht auch nicht die­se auf­zu­lö­sen. Nur Tsia­nos greift dies kurz expli­zit auf. Der Fokus auf das Kri­te­ri­um, nach dem aus­ge­schlos­sen wird, ist nicht eman­zi­pa­to­risch, da die­ses meist nicht zu beein­flus­sen ist. Also spal­tet dies unnö­ti­ger­wei­se.

Was eben­falls zu bedau­ern ist, ist die Beto­nung von his­to­ri­scher Kon­ti­nui­tät, gleich­zei­tig aber Ereig­nis­se wie die Sho­ah aus die­ser her­aus­ge­nom­men wer­den, mit dem Hin­weis sie sei­en sin­gu­lär. Dann soll aber aus die­ser Sin­gu­la­ri­tät eine his­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung der „Deut­schen“ ent­ste­hen? Es fehlt der rote Faden.

Auch die Nen­nung von „Erkennt­nis­bar­rie­ren“ oder der Schaf­fung „ein[es] ande­ren Raum[es]“ wei­sen auf ähn­li­che Aus­gren­zungs­me­cha­nis­men in den Argu­men­ten, wie beim Ras­sis­mus hin.

 

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Die Auf­fas­sung von Spra­che als einem Kon­strukt betont genau die Ele­men­te die oben schon öfters genannt wur­den: Eman­zi­pa­ti­on- und Ver­än­de­rungs­mög­lich­kei­ten, Beto­nung von Dis­kur­sen und die Kri­tik der Natu­ra­li­sie­rung und Essen­tia­li­sie­rung von Phä­no­me­nen.

Der Ver­zicht auf Lösun­gen von „oben“ spricht für einen eman­zi­pa­to­ri­schen Ansatz, der auf gesell­schaft­li­cher Ver­stän­di­gung und weni­ger auf Zwang (es sei denn auf den sich eigens gege­be­nen) baut. Trotz­dem soll hier gesagt sein, dass in die­sem kom­mu­ni­ka­ti­ven Pro­zess, Publi­kum und Sprecher_innen sich gegen­sei­tig dazu ver­pflich­ten, dem ande­ren sei­ne Rech­te ein­zu­ge­ste­hen. Es kann nicht sein, dass nur die einen auf­grund einer frü­he­ren Benach­tei­li­gung, nun über mehr Rech­te ver­fü­gen (Aus­spra­che), aber nicht sel­ber die Pflicht des Zuhö­rens haben, was nun aber für die vor­her nicht benach­tei­lig­ten Per­so­nen gel­ten sol­le.

In die­sem Pro­zess kommt es dar­auf an, die Argu­men­ta­ti­on (also den Kon­text) zu beach­ten und nicht nur auf die Asso­zia­tio­nen in Ver­bin­dung mit gewis­sen Schlag­wör­tern. Denn nur im Zusam­men­hang erge­ben Wor­te Sinn und las­sen Asso­zia­tio­nen ent­ste­hen. Um sich einen gewis­sen Frei­raum zu geben, dür­fen Wor­te nicht auf eine Bedeu­tung redu­ziert wer­den, sonst ent­steht ein Gefan­ge­nen­di­lem­ma und Alter­na­ti­ven kön­nen nur noch schwer arti­ku­liert wer­den. Geschieht die­se Aus­ein­an­der­set­zung mit Argu­men­ta­tio­nen nicht, zeugt es von einem pro­fun­den Miss­ver­ständ­nis von Dis­kurs­theo­rie.

 

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Wet­tig greift die eben genann­te Kri­tik auf, indem das Bei­spiel der Schwu­len­be­we­gung und der Umdeu­tung des Wor­tes „queer“ zum Posi­ti­ven und im Sin­ne der Bewe­gung genannt wird. Es stimmt auch, dass sich genau­so wie die Spra­che auch die Ver­hält­nis­se ändern müs­sen. Dies soll­te jedoch so ver­stan­den wer­den, dass Spra­che, die kei­nen Ein­fluss auf die Ver­hält­nis­se hat, als die Ver­hält­nis­se ledig­lich repro­du­zie­rend  ver­wor­fen wer­den soll­te. Dar­aus zu schlie­ßen, Spra­che wäre das zweit­ran­gi­ge Ziel, ist jedoch falsch. Viel­mehr geht es dar­um die Dia­lek­tik bei­der zu ver­ste­hen und den Impuls auf die Ver­än­de­rung der Ver­hält­nis­se durch Spra­che aus­zu­lö­sen.

Aller­dings kann Wet­tigs Posi­ti­on bekräf­tigt wer­den, dass dog­ma­ti­sche und unre­flek­tier­te Wort­neu­schöp­fun­gen eben­so eli­tär und von „oben“ kom­men, wenn sie nicht in einer gemein­sa­men Aus­ein­an­der­set­zung über Spra­che ent­ste­hen, son­dern nur der Betrof­fe­nen­grup­pe zuste­hen, die die­se mit­un­ter auch mit­tels der Auto­ri­tät der Wis­sen­schaft oder des Man­tras der Expert_innen durch­set­zen wol­len und sich nicht der Kri­tik des Publi­kums stel­len.

 

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Auch in Otoos Bei­trag fin­den sich eini­ge kri­ti­sche Ele­men­te. Sie ach­tet bei Spra­che auf den Ton­fall (also den Kon­text), stellt danach aber die The­se auf, dass das Wort „End­lö­sung“ auf­grund der Asso­zia­tio­nen, die es her­vor­ruft (Kon­text: Natio­nal­so­zia­lis­mus), inner­halb eines kom­plett ande­ren Kon­tex­tes (z.B.: Mathe­ma­tik) nie mehr ver­wen­det wer­den könn­te. Eigent­lich wider­spricht sie sich selbst, da es ihr anschei­nend doch nicht auf den Kon­text, mit dem auch Inten­tio­nen ver­bun­den sind, ankommt. Sie redu­ziert Wor­te auf eine ein­zi­ge Bedeu­tung, was auto­ri­tär wirkt.

Die Unter­stel­lung, Wet­tig sei sich ihrer Pri­vi­le­gi­en nicht bewusst, kommt einem bereits bekannt vor. Das Argu­ment der „Betrof­fen­heit“, ver­mengt mit einer anschul­di­gen­den direk­ten Anspra­che der Leser_innen, kommt als Tot­schlag­ar­gu­ment rüber und beinhal­tet ein hyper­in­di­vi­dua­li­sier­tes Ver­ständ­nis von Gesell­schaft, in dem Ver­mitt­lung sehr schwie­rig wird. Sie ver­gisst, dass ihr Recht auf Selbst­be­zeich­nung auch eine Pflicht der Gegen­kri­tik mit sich bringt, sonst bevor­mun­det man sein Gegen­über, ist unkri­tisch und macht sozia­le Kom­mu­ni­ka­ti­on unmög­lich.

Als sie von ver­se­hent­li­cher Dis­kri­mi­nie­rung spricht, erkennt sie nicht, dass ein Ver­se­hen einem ande­ren Kon­text ent­springt, als dem des ver­meint­lich Dis­kri­mi­nier­ten. Es zeugt von miss­ver­stan­de­ner Dis­kurs­theo­rie.

 

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Bei­trä­ge wie der Yufany­is ver­die­nen Lob und Kri­tik. Dass sie Othe­ring anspricht, wird hier begrüßt, da es einen dis­kur­si­ven Mecha­nis­mus her­vor­hebt, anstel­le von rein mate­ri­el­len Ver­hält­nis­sen.

Dass dies auch in der Wis­sen­schaft, spe­zi­ell in der Geo­gra­phie, statt­fand stimmt. Sich aber nur auf ein (his­to­risch über­hol­tes) Para­dig­ma zu bezie­hen und die jüngs­ten Ent­wick­lun­gen in der Human­geo­gra­phie nicht zu nen­nen, ist schlecht­hin ahis­to­risch, selek­tiv und essen­tia­li­sie­rend. Es scheint so, als wür­de Selbst­be­zeich­nung dazu ver­küm­mern, ledig­lich die Kon­struk­tio­nen des Selbst, die durch ande­re geschaf­fen wur­den, zu kri­ti­sie­ren. Wirk­lich auto­no­me Selbst­be­zeich­nung fin­det sich kaum.

Auch hier wird Viel­zahl der Mei­nun­gen mit Viel­falt ver­wech­selt. Es soll­te Alter­na­ti­ven zu Othe­ring geben, nicht wel­che inner­halb Othe­rings.

Damit wir im Anti­ras­sis­mus vor­an­kom­men, brau­chen wir eine selbst­kri­ti­sche Kri­tik von Opfern und Tätern. D.h., dass wir his­to­ri­sche Varia­bi­li­tät, also auch die per­so­nel­le Ver­än­de­rung aner­ken­nen müs­sen. Sonst wer­den Reha­bi­li­ta­ti­on, Schuld­be­glei­chung und Ver­ge­bung unmög­lich. Opfer sowie Täter wür­den stets in ihren Rol­len ver­blei­ben. Des­halb ist neben Bestra­fung auch eine Mög­lich­keit zum Aus­stieg aus rech­ten Krei­sen zu schaf­fen. Täter müs­sen sich von ihrem Täter­sein eman­zi­pie­ren kön­nen, damit die (poten­ti­el­len) Opfer bei deren Frei­las­sung nicht (wie­der) zu Opfern wer­den.

Es ist kei­ne Lösung, wenn jeder nur für sich und sei­ne sub­jek­ti­ven Erfah­run­gen spre­chen kann. Denn es geht nicht dar­um, kon­stant Gren­zen zwi­schen Per­so­nen zu zie­hen und aus ihren sepa­ra­ten Erfah­run­gen das arith­me­ti­sche Mit­tel zu neh­men, son­dern es geht viel­mehr um die Ver­mitt­lung zwi­schen Posi­tio­nen. Man kann also nicht ein­sei­tig und kon­text­los defi­nie­ren, was dis­kri­mi­nie­rend ist (z.B. die Fra­ge „Woher kommst du?“ ist nicht immer ras­sis­tisch), da man nicht in die glei­chen selek­ti­ven Argu­men­ta­ti­ons­struk­tu­ren ver­fal­len darf wie der Ras­sis­mus.

Auch Yufanyi ver­wech­selt Pri­vi­le­gi­en und Rech­te, was dahin füh­ren könn­te, dass wir vom „sepa­ra­te and une­qual“ zum „sepa­ra­te but equal“ kom­men, nicht aber zum simp­len „equal“.

Die Defi­ni­ti­on von „Weiß­sein“ ist eben­falls pro­ble­ma­tisch, da nicht nur der Begriff, son­dern auch die Argu­men­ta­ti­on essen­tia­li­sie­rend, gar ras­sis­tisch anmu­tet. Die Haut­far­be hat in die­sem Ver­ständ­nis einen Ein­fluss, wenn auch nicht bio­lo­gi­schen son­dern struk­tu­rel­len, auf die per­sön­li­che Ein­stel­lung. Was dar­an noch eman­zi­pie­rend sein soll, kann man sich durch­aus fra­gen. Es wäre bes­ser, die Eigen­schaf­ten zu benen­nen, sie nicht zu rei­fi­zie­ren (ver­ding­li­chen) und ein auto­no­mes Selbst zu ent­wer­fen.

 

Jada Sanrio Hello Kitty School Bus Set Vehicle Classroom Playset Action Figure,A. Reed Jr.

Was nicht mit Reed Jr. geteilt wird ist die Kri­tik, der Begriff des Anti­ras­sis­mus wer­de zu stark betont, denn es erst wenn das Pro­blem be-grif­fen wur­de, kann ein Ziel for­mu­liert wer­den.

Posi­tiv ist, dass auch er die Ver­ein­nah­mung his­to­ri­scher Bewe­gun­gen durch aktu­el­le kri­ti­siert. Letz­te­ren wirft er eine Ein­zel­fall­mo­bi­li­sie­rung vor.

Sein dia­lek­ti­sches Ver­ständ­nis von Dis­kurs und Prak­tik ist gut. Aller­dings ver­tritt er die Mei­nung, dass die Wis­sens­pro­duk­ti­on zu ein­zel­nen sozia­len Teil­be­rei­chen unpro­duk­tiv sei, da sie nur neo­li­be­ra­le Refor­men umset­ze. Er sucht den kom­plet­ten Sys­tem­wan­del. Dem wird hier wider­spro­chen, da Refor­men nicht per se neo­li­be­ral sind, da sie dort anset­zen, wo Bedarf ist und nicht alles, v.a. nicht sozi­al gerech­te Ver­hält­nis­se (dort wo es sie gibt), über Bord wer­fen. Mit dem Sys­tem­wech­sel kommt auch die Fra­ge nach einer gewalt­frei­en Revo­lu­ti­on. Die­se lässt er außer Acht.

Auch dass Erkennt­nis nur wenig an den Prak­ti­ken ver­än­de­re, kann so nicht bejaht wer­den, da nach der Dia­lek­tik von Dis­kurs und Prak­tik, ein ver­än­der­ter Dis­kurs eine ver­än­der­te Prak­tik mit­bringt. Nur die Prak­tik zu ändern, ohne Argu­ment, löst den ide­el­len Ras­sis­mus nicht auf.

Es ist auch an den kon­kre­ten Umstän­den zu arbei­ten, da sie Teil des Dis­kur­ses sind und ihn repro­du­zie­ren und legi­ti­mie­ren bzw. ihn auch wider­sprüch­lich erschei­nen las­sen.

Doch die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem „Danach“, muss vor­her statt­fin­den, sonst kann die Bewe­gung ver­ein­nahmt und usur­piert wer­den. Es müs­sen Ant­wor­ten dar­auf gege­ben wer­den, was nach der Umver­tei­lung gesche­hen soll? Redu­ziert die Umver­tei­lung nicht die Debat­te auf Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­as­pek­te? Nimmt es nicht auch die Gesell­schaft aus der Ver­ant­wor­tung, nach dem Mot­to: „Jetzt wo umver­teilt wur­de, ist es an euch, euch zu erwei­sen“? Nach wel­chen Markt­re­geln wol­len wir dann han­deln? Was ist, wenn wie­der auf­grund eines Merk­mals Grup­pen dis­kri­mi­niert wer­den? Liegt das dann im Sys­tem oder nur in einem Teil davon? Sind in einer Gesell­schaft nicht auch ande­re Fak­to­ren rele­vant (z.B.: Zuge­hö­rig­keits­vor­stel­lun­gen), die zuerst de- und dann rekon­stru­iert wer­den müss­ten? Ent­springt nicht gera­de dar­aus eine Grup­pe der „Uner­reich­ba­ren“, wenn der drit­te vor dem zwei­ten Schritt getan wird, als Teil eines hys­te­ri­schen Aktio­nis­mus, bevor über­haupt ein Kon­sens erreicht wur­de? Dies ist die eigent­lich schwie­ri­ge Auf­ga­be.

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Ja, auch Deutsch­land hat eine Kolo­ni­al­ge­schich­te. Und ja, auch hier­zu­lan­de sind die Köp­fe durch jahr­hun­der­te­al­te ras­sis­ti­sche Mus­ter geprägt! Das macht die Öko­no­min und His­to­ri­ke­rin Frie­de­ri­ke Haber­mann in ihrem kurz­wei­lig geschrie­be­nen Bänd­chen über den «unsicht­ba­ren Tro­pen­helm» deut­lich und plä­diert dafür, die damit ver­bun­de­nen Über­le­gen­heits­phan­ta­si­en abzu­le­gen.

«Wer die abend­län­di­sche Gesell­schaft für frei, auf­ge­klärt und gerecht hält, wird über die Wun­den, auf die Frie­de­ri­ke Haber­mann den Fin­ger legt, erstaunt sein», heißt es in der Ver­lags­an­kün­di­gung. Exakt – außer­dem aber auch oft amü­siert und nicht sel­ten scho­ckiert.

Amü­siert etwa über dumpf­ba­cki­ge Äuße­run­gen des hoch geach­te­ten Phi­lo­so­phen der Auf­klä­rung Imma­nu­el Kant wie: «Die Mensch­heit ist in ihrer größ­ten Voll­kom­men­heit in der Race der Wei­ßen.» Scho­ckiert zu erfah­ren, dass in der Kolo­nie «Deutsch-Süd­west» Aus­peit­schun­gen der Ur-Ein­woh­ner durch die deut­schen Kolo­ni­al­her­ren an der Tages­ord­nung waren, «mit Vor­lie­be quer über das Gesicht». Und unan­ge­nehm berührt von Haber­manns küh­lem Hin­weis dar­auf, dass wir es hin­neh­men, dass heu­te all­täg­lich 100 000 Men­schen ver­hun­gern – ganz ohne Nil­pferd­peit­sche.

«Da die Men­schen alle aus Afri­ka kamen, haben wir alle einen migran­ti­schen Hin­ter­grund», erin­nert uns die Autorin. «Alle spä­te­ren Ver­su­che, Grenz­li­ni­en zwi­schen Men­schen zu zie­hen – sei es auf­grund von Her­kunft, Geschlecht, Reli­gi­on oder was auch immer, die­nen vor allem einem: klar zu machen, wer dazu gehört und wer nicht. Und damit letzt­lich: Wer an bestimm­ten Pri­vi­le­gi­en teil­hat und wer nicht.»

So wird prä­zi­se auf den Punkt gebracht, was den Kern von Ras­sis­mus, Sexis­mus, Isla­mo­pho­bie, Anti­zi­ga­nis­mus und ande­ren Aus­schluss­me­tho­den aus­macht. Das «Othe­ring» näm­lich (der Begriff stammt von Gayar­ti Cha­kra­vor­ty Spivak, die es als Cha­rak­te­ris­ti­kum post­ko­lo­nia­len Ver­hal­tens beschrieb), das «Zum-Frem­den-Stem­peln» wird in mehr oder weni­ger sub­ti­len For­men auch hier­zu­lan­de meist unbe­wusst, den­noch gna­den­los betrie­ben. Vor allem von den (wei­ßen) Zeitgenoss_innen, denen es nützt.

Der his­to­ri­sche Wider­spruch zwi­schen der Pro­kla­mie­rung der Men­schen­rech­te auf der einen Sei­te und dem Kolo­ni­al­sys­tem und der Skla­ve­rei auf der ande­ren Sei­te, den Haber­mann dar­stellt, erin­nert unan­ge­nehm an zeit­ge­nös­si­sche Krie­ge im Namen von Men­schen­rech­ten und dar­auf fol­gen­de Flüchtlings“ströme“, die dazu die­nen, Ille­ga­li­sier­te in den rei­chen Indus­trie­staa­ten aus­zu­beu­ten.

Die Leser_innen erfah­ren, wie die Dif­fe­renz der Haut­far­ben und dar­auf basie­rend die Wer­tig­keit von Men­schen kon­stru­iert wur­de – in auf­stei­gen­der Linie von den «nie­de­ren» Afri­ka­nern bis zu den Euro­pä­ern «direkt unter den Engeln».

Kapi­tel­über­schrif­ten wie «Ist Ras­sis­mus von ges­tern?», «Die Bür­de des weis(s)en Bes­ser­wes­sis», «Frei­heit, Gleich­heit, Aus­schluss», «Die Erfin­dung des ‹Hun­gern­den› im 18.Jahrhundert», «Wie wir uns selbst kolo­nia­li­sie­ren», «Sex, ‹Race› und der Homo oeco­no­mi­cus» umrei­ßen die Band­brei­te der kom­pak­ten, fak­ten- und gedan­ken­rei­chen Dar­stel­lung.

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Ver­an­stal­tung zum NSU-Kom­plex im Eine-Welt-Haus in Mün­chen am 9.12.2013: Aaa­ron Flana­gan (USA), Hei­ke Kleff­ner (Mode­ra­ti­on), Liz Feke­te (UK), Mats Deland (Schwe­den)  Foto: NSU-Watch

Eine span­nen­de Fach­ta­gung zum NSU-Kom­plex mit inter­na­tio­na­len Gäs­ten ist am Wochen­en­de 6. — 8. Dezem­ber 2013 in Mün­chen über die Büh­ne gegan­gen und hat­te in einer Abend­ver­an­stal­tung am Mon­tag, 9.12.2013, im voll besetz­ten Eine-Welt-Haus Ihren Höhe­punkt. Wir haben den Abend in den Ori­gi­nal­spra­chen auf­ge­nom­men und wol­len Euch alle ermun­tern, in die­se wirk­lich span­nen­de Ver­an­stal­tung mal rein­zu­hö­ren.

Ihr fin­det sie auf der RLS-Home­page hier.

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Eine span­nen­de Ver­an­stal­tung für alle, die am Kna­cken von BRD-(Gründungs-)Mythen und an Erin­ne­rungs­po­li­tik inter­es­siert sind, fin­det am kom­men­den Sonn­tag, 1.12.2013, um 18 Uhr im Salon der Rosa Luxem­burg Stif­tung (Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Ber­lin, Nähe Ost­bahn­hof) statt.

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Reinhard Strecker, 1968 und der Nationalsozialismus in der bundesdeutschen Historiografie

Der Jahr­zehnt­wen­de von den 1950er zu den 60er Jah­ren kommt eine wich­ti­ge Rol­le in zwei his­to­ri­schen Gro­ßerzäh­lun­gen zu. Für die Auf­ar­bei­tung des Natio­nal­so­zia­lis­mus gilt sie als Wen­de­punkt vom Ver­leug­nen hin zu Aus­ein­an­der­set­zung und Auf­ar­bei­tung. Zugleich fin­den sich hier die Anfän­ge der Jugend- und Stu­den­ten­be­we­gung, die 1968 ihren Höhe­punkt erreich­te. Die­se erin­ne­rungs­po­li­ti­sche Kon­stel­la­ti­on wird in drei­er­lei Hin­sicht auf­ge­nom­men. In West-Deutsch­land war es damals eine klei­ne Zahl von Ein­zel­per­so­nen, die an die NS-Ver­gan­gen­heit rühr­te, dar­un­ter der Stu­dent Rein­hard Stre­cker. Einem Gespräch mit dem frü­he­ren Akti­vis­ten, des­sen Akti­on Unge­sühn­te Nazi­jus­tiz 195960 öffent­lich für Wir­bel sorg­te, folgt ein Essay, der die Ent­wick­lung des Ver­hält­nis­ses der 68er-Bewe­gung zum Natio­nal­so­zia­lis­mus beleuch­tet und sie als eine Art Schwund­ge­schich­te rekon­stru­iert. Ein wei­te­rer Essay prüft die Sub­stanz der erin­ne­rungs­po­li­ti­schen Gro­ßerzäh­lung von der erfolg­rei­chen Auf­ar­bei­tung der NS-Ver­gan­gen­heit. Frag­lich erscheint es, ob die Gescheh­nis­se zu Zei­ten Stre­ckers als Vor­ge­schich­te eines zwar spät, aber doch noch ein­set­zen­den Rei­fe­pro­zes­ses der Bun­des­re­pu­blik auf­ge­fasst wer­den kön­nen. (aus der Ver­lags-Ankün­di­gung)

Rein­hard Stre­cker ist vie­len bis heu­te kein Begriff, obwohl er einer der Pio­nie­re der bun­des­deut­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Natio­nal­so­zia­lis­mus ist. Bereits Ende der 1950er Jah­re begann auf Initia­ti­ve des dama­li­gen Sprach­wis­sen­schafts­stu­den­ten an der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin eine klei­ne Grup­pe aus dem Umfeld des Sozia­lis­ti­schen Deut­schen Stu­den­ten­bun­des (SDS) damit, Mate­ria­li­en über NS-Täter zu sam­meln.

Sie recher­chier­te Doku­men­te zu Unrechts­ur­tei­len aus der NS-Zeit und ver­öf­fent­lich­te sie mit­samt den Namen der ver­ant­wort­li­chen Rich­ter und Staats­an­wäl­te. Dar­aus ent­stand die Aus­stel­lung „Unge­sühn­te Nazi­jus­tiz“. Für die Ver­jäh­rungs­de­bat­ten im Bun­des­tag und die Dis­kus­si­on per­so­nel­ler Kon­ti­nui­tä­ten in bun­des­deut­schen Behör­den gab sie wesent­li­che Impul­se.

COLLECTION LOONEY TOONS- FIGURINES RESINE PERSONNAGES MOYENS,und MASTERS OF THE UNIVERSE TRI-Klops, wid­men sich in ihrem Buch „Die Schär­fe der Kon­kre­ti­on“ die­ser frü­hen Pha­se der Aus­ein­an­der­set­zung mit dem NS und ihren Fol­gen für die Neue Lin­ke vor 1968.

In der Ver­an­stal­tung wer­den die Autoren geschichts­po­li­ti­sche Über­le­gun­gen vor­stel­len, die dem Buch zugrun­de lie­gen.

SEA RANGER HANDHELD LCD SPIEL MINI ARCADE 1981 EXTREM RAR SELTEN, wird als Akteur der „58er“ aus ers­ter Hand über die frü­he NS-Auf­ar­bei­tung berich­ten.

Anschlie­ßend gibt es Raum für eine gemein­sa­me Dis­kus­si­on die­ser Ansät­ze und ihrer Wir­kung.